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Floristik-Ausbildung für Quereinsteiger: Wege, Dauer, Kosten

Floristik-Ausbildung für Quereinsteiger: IHK-Abschluss, Umschulung, Externenprüfung, FDF-Lehrgang und Onlinekurse im Vergleich, mit Dauer, Kosten und Grenzen.

9 Min. Lesezeit · Aktualisiert 6. November 2026

Eine anerkannte Floristik-Ausbildung für Quereinsteiger führt immer zur IHK-Abschlussprüfung, entweder über Ausbildung und Umschulung oder als Externe mit Berufserfahrung. Lehrgänge wie der FDF Floral Practitioner und Onlinekurse sind sinnvolle Einstiege, aber kein Berufsabschluss. Welcher Weg passt, hängt davon ab, ob du den Abschluss brauchst oder vor allem das Handwerk lernen willst.

Hinweis: Mit Sternchen (*) markierte Links sind Partnerlinks. Wird darüber gekauft, bekommen wir eine Provision vom Anbieter. Am Preis ändert das nichts. Wir haben die genannten Kurse nicht selbst besucht, die Angaben stammen von den Anbietern und wurden am 6. November 2026 gelesen.

Abschluss oder Kurs: das musst du vorher klären

Der Beruf heißt Florist oder Floristin und ist ein anerkannter Ausbildungsberuf. Die IHK Aachen nennt vier Wege zum Abschluss: duale Ausbildung, Teilzeitausbildung, Umschulung und Externenprüfung. Alles andere, ob Seminar, Lehrgang oder Selbstlernausbildung, endet mit einem Zertifikat des Anbieters.

Das muss kein Nachteil sein. Wer in einem Blumengeschäft mithelfen oder Hochzeiten dekorieren möchte, braucht vor allem praktische Fähigkeiten. Wer aber als Fachkraft arbeiten oder später die Weiterbildung zum Floristmeister anstreben will, fährt mit dem IHK-Abschluss am sichersten.

Floristik für Quereinsteiger: was du wirklich lernen musst

Der Quereinstieg in die Floristik ist mehr als schöne Sträuße. Floristinnen und Floristen arbeiten handwerklich, beraten Kundschaft und rechnen ihre Werkstücke durch, denn der Beruf gehört zum Einzelhandel. Deshalb verbindet jede fundierte Fachausbildung sowohl theoretische als auch praktische Inhalte. Der Lehrgang des Fachverbands nennt als Bausteine:

  • Theoretisch: Gestaltungslehre, Farbenlehre, Materialkunde, Präparationstechniken von Werkstoffen, Kalkulation und Warenpräsentation sowie Beratungs- und Verkaufsgespräche
  • Praktisch: alle Grundtechniken, werkstoffgerechtes Arbeiten mit Blumen und Pflanzen, Strauß und Gesteck, Brautschmuck und Trauerfloristik
  • Konzeption: Konzeptentwicklung für anlassbezogene Floristik, etwa für eine Hochzeit oder eine Trauerfeier, inklusive Dekoration

An dieser Liste kannst du jedes Angebot messen. Fehlt etwa die Kalkulation, lernst du zwar die Gestaltung mit Blumen, aber nicht das Geschäft dahinter. Nur die Praxis zeigt außerdem, ob dir die Blumenkunst auch nach dem hundertsten Strauß noch Freude macht.

Die Wege im Überblick

WegDauerAbschlussKosten
Duale Ausbildung3 Jahre, verkürzbarIHK-AbschlussVergütung statt Gebühr
UmschulungindividuellIHK-Abschlussje nach Träger und Förderung
Florist im Ausnahmefall (FDF Bayern)12 bis 14 MonateIHK-Abschlussprüfungbeim Verband erfragen
Externenprüfung4,5 Jahre Berufspraxis als RegelIHK-AbschlussPrüfungsgebühr der IHK
FDF Floral Practitioner5 Termine je 3,5 Tage über 4 bis 12 MonateFDF-Zertifikat3.950 €, FDF-Mitglieder 3.650 €
Elobana Präsenzausbildung12 Tage in LeonbergZertifikat der Dozentin2.550 € plus 800 € Material
Elobana Selbstlernausbildungim eigenen Tempo, über 12 Stunden VideoTeilnahmebescheinigung1.900 €
Onlinekurs 1x1 Floristikim eigenen Tempokeiner genannt89,90 €

Ausbildung und Umschulung: Florist auf dem zweiten Bildungsweg

Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und findet in Betrieb und Berufsschule statt. Laut FDF Bayern lässt sie sich mit abgeschlossener Ausbildung oder Abitur auf zwei Jahre verkürzen. Formale Vorkenntnisse nennt der Verband nicht, du kannst den Beruf also auch mit 30 oder 40 noch von Grund auf erlernen, wenn ein Betrieb dich einstellt. Rechne vorher durch, ob du mit der Ausbildungsvergütung auskommst, denn als Quereinsteiger gibst du oft ein bisheriges Gehalt auf.

Eine Umschulung führt zur selben Prüfung. Sprich früh mit der Ausbildungsberatung deiner IHK und, falls du eine Förderung brauchst, mit der Agentur für Arbeit. Zusagen zu Zuschüssen hängen vom Einzelfall ab.

Externenprüfung: Abschluss mit Berufserfahrung

Wer schon in der Floristik arbeitet, kann die Prüfung ohne Ausbildungsvertrag ablegen. Nach § 45 des Berufsbildungsgesetzes wird zugelassen, wer mindestens das Eineinhalbfache der Ausbildungszeit im Beruf gearbeitet hat. Bei drei Jahren Ausbildung sind das 4,5 Jahre. Die Zeit kann ganz oder teilweise entfallen, wenn du anders glaubhaft machst, dass du die nötige Handlungsfähigkeit hast. Auch die Ausbildung in einem verwandten Beruf kann zählen.

Auf diesem Weg baut die Intensivausbildung Florist im Ausnahmefall des FDF Bayern auf. Sie dauert 12 bis 14 Monate mit acht Praxisblöcken und Theorie online und endet mit der IHK-Prüfung. Vorausgesetzt werden 3,5 Jahre Tätigkeit als Florist oder in einem einschlägigen Beruf, Vorbildung kann das verkürzen. Die nächsten Termine erfährst du beim Verband.

FDF Floral Practitioner: der Lehrgang für Quereinsteiger

Der Fachverband Deutscher Floristen bietet in Gelsenkirchen den Zertifikatslehrgang FDF Floral Practitioner an. Er richtet sich an Quereinsteiger mit oder ohne Vorkenntnisse. In fünf Präsenzterminen lernst du Strauß, Gesteck, Brautschmuck, Trauerschmuck sowie Verkauf, dazu Gestaltungslehre, Farbenlehre und Materialkunde. Die Inhalte orientieren sich am Ausbildungsrahmenplan.

Die Lehrgangseinheiten finden im FloristPark International statt, und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fertigen zum Abschluss jedes Termins eine Arbeit an, zum Beispiel ein Werkstück. Am Ende steht ein Zertifikat des Verbands, kein Berufsabschluss. Laut FDF lässt sich der IHK-Abschluss aber durch das Nachholen weiterer Inhalte erreichen. Die Lehrgangsgebühr ist mit 3.950 Euro hoch, dafür arbeitest du praktisch mit echtem Material. Eine der beiden Terminreihen 2026 war laut Flyer bereits ausgebucht, frage daher früh nach neuen Terminen. Die Themen lassen sich auch einzeln buchen, das macht den Lehrgang berufsbegleitend planbar.

Elobana: Ausbildung bei einer Meisterfloristin

Eleonore Schick, Meisterfloristin mit Werkstatt in Leonberg, bietet unter dem Namen Elobana mehrere Formate an. Die Präsenzausbildung für Quereinsteiger umfasst 12 Tage vom 6. bis 23. April 2027 und kostet 2.550 Euro plus 800 Euro Material. Die Seite widerspricht sich an anderer Stelle beim Monat, frage also vor der Buchung nach. Sie verlangt Grundkenntnisse, die du etwa mit einem zweitägigen Seminar oder den Onlinekursen 1x1 Floristik mitbringst.

Die Selbstlernausbildung für 1.900 Euro enthält laut Anbieter mehr als 70 Floristik-Videos mit über 12 Stunden Laufzeit, dazu Wissen zur Selbstständigkeit und ein Begleitbuch. Sie endet mit einer Teilnahmebescheinigung. Der Anbieter wirbt damit, im Anschluss als selbstständige Floristin oder im Blumengeschäft arbeiten zu können. Das ist eine Werbeaussage: Ein anerkannter Abschluss ist es nicht, und wie weit Videos das Üben unter Anleitung ersetzen, musst du selbst einschätzen.

Der günstigste Einstieg in die Floristik: Grundlagen online testen

Bevor du Tausende Euro investierst, lohnt ein kleiner Test. Der Onlinekurs 1x1 Floristik: Mit Basiswissen zum Profi* von Elobana kostet 89,90 Euro. Er erklärt Werkzeuge, Anschneiden und Vorbereiten von Schnittblumen, Andrahten, Gestaltungsregeln, Oberflächenstruktur und Bewässerung. Vorkenntnisse sind laut Anbieter nicht nötig, und die Module lassen sich nach dem Kauf wiederholt abrufen.

Sei dir aber im Klaren, was du bekommst: Der Kurs ist laut Anbieter theorielastig und ohne Werkstücke, ein Zertifikat nennt die Seite nicht. Die Modulzahl schwankt je nach Seite zwischen sechs und acht. Wer sofort binden möchte, braucht den Zusatzkurs Querbeet für Einsteiger, ebenfalls 89,90 Euro. Der Nutzen liegt darin, herauszufinden, ob dir die Arbeit liegt, bevor du deinen Beruf wechselst.

Was Quereinsteiger bedenken sollten

Der Floristenberuf klingt nach Blumen und Kreativität, ist im Alltag aber körperlich. Du stehst viel, arbeitest mit kaltem Wasser, an Feiertagen und vor Muttertag ist Hochbetrieb. Ein Praktikum oder ein Aushilfsjob in einem Blumengeschäft zeigt dir das schneller als jeder Kurs.

Auch das Gehalt gehört zur Rechnung: StepStone nennt für 2026 einen Median von 32.400 Euro brutto im Jahr, mit einer Spanne von 27.900 bis 37.800 Euro. Solche Werte sind Schätzungen aus Portaldaten. Prüfe also, ob sich die Kosten eines Lehrgangs wieder einspielen.

Einen Eindruck von aktuellen Gestaltungsstilen bekommst du in unserem Beitrag zu modernen Techniken für Blumenarrangements. Wie sich Handwerk und Umweltbewusstsein verbinden lassen, zeigt die nachhaltige Floristik. Und wer erst einmal nur ausprobieren möchte, findet passende Formate im Überblick Floristik-Kurs: Workshop, Onlinekurs oder Lehrgang.

So gehst du den Quereinstieg an

  1. Praxis testen: Mach ein Praktikum im Blumenfachgeschäft oder arbeite als Aushilfe, bevor du Geld ausgibst.
  2. Grundlagen holen: Ein Workshop oder Onlinekurs zeigt, ob dich die Welt der Floristik wirklich packt.
  3. Ziel festlegen: Brauchst du den IHK-Abschluss, oder reicht ein Zertifikat für deine Pläne?
  4. Beraten lassen: Die Ausbildungsberatung der IHK kennt die Regeln für Umschulung und Externenprüfung in deiner Region.
  5. Betrieb suchen: Für Ausbildung und Berufserfahrung brauchst du ein Blumengeschäft, das dich nimmt. Frag in deiner Nähe direkt nach und bring ein kleines Portfolio mit Fotos deiner Werkstücke mit.

In der Schweiz und in Österreich gelten eigene Regeln. So bietet knowhow.ch in der Schweiz einen Weg mit 26 Unterrichtstagen und drei Monaten Praktikum an, die staatliche Lehrabschlussprüfung findet optional in Innsbruck statt.

Häufige Fragen

Kann man als Quereinsteiger als Floristin arbeiten?

Ja. Stellenportale führen eigene Anzeigen für Quereinsteiger, und der Fachverband Deutscher Floristen bietet mit dem FDF Floral Practitioner einen Lehrgang genau dafür an. Ein Zertifikat ersetzt aber nicht den IHK-Abschluss. Ob du ohne Abschluss eingestellt wirst, entscheidet der Betrieb.

Wie lange dauert eine Umschulung zur Floristin?

Die reguläre Ausbildung dauert drei Jahre, mit abgeschlossener Ausbildung oder Abitur ist laut FDF Bayern eine Verkürzung auf zwei Jahre möglich. Mit einschlägiger Berufserfahrung gibt es die Intensivausbildung Florist im Ausnahmefall über 12 bis 14 Monate. Wie lange deine Umschulung dauert und ob sie gefördert wird, klärst du mit IHK und Arbeitsagentur.

Kann man Floristik online lernen?

Grundlagen ja. Onlinekurse wie 1x1 Floristik vermitteln Werkzeugkunde, Gestaltungsregeln und Farbenlehre. Die Handarbeit musst du aber selbst üben, und einen staatlich anerkannten Abschluss gibt es online nicht. Dafür führt der Weg über die IHK-Prüfung.

Was ist ein Zertifikat in der Floristik wert?

Ein Zertifikat oder eine Teilnahmebescheinigung belegt, dass du einen Kurs besucht hast. Das kann bei einer Bewerbung helfen, ist aber kein Berufsabschluss. Der anerkannte Abschluss ist die bestandene IHK-Abschlussprüfung als Florist oder Floristin.

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